Warum FCLR 2018?

 
Vom 12.-14. Juni 2018 findet wieder das festival contre le racisme (fclr) an der Freien Universität Berlin statt.
 
Das fclr bringt rassismus- und herrschaftskritische Inhalte auf den Campus und lädt zur Auseinandersetzung mit den bestehenden Verhältnissen ein. Für 3 Tage werden Workshops, Film Screenings, Vorträge und Diskussionen auf dem FU-Campus stattfinden. Außerdem gibt es zwei Ausstellungen und die Möglichkeit bei einer Führung im Bode-Museum (Berlin-Mitte) teilzunehmen. Den Abschluss bildet ein großes Open-Air-Konzert am 14. Juni 2018 im Theaterhof der Rost- und Silberlaube.
 
Rassismus hat gesellschaftlich eine breite Zustimmung in der Bevölkerung. Diese äußert sich nicht nur darin, dass die AfD seit mehr als einem halben Jahr im Bundestag sitzt und seit kurzem sogar als Oppositionsführerin auftritt. Auch auf der Straße sorgen Gewalttäter*innen dafür, dass als „Andere“ Identifizierte Angst haben müssen, so wie kürzlich im Prenzlauer Berg als ein Jude mit einem Gürtel verprügelt wurde. Auch mobilisieren „Neurechte“ europaweit zu einem Großaufmarsch am 27. Mai nach Berlin. 
Während Deutschland sich zu Recht ein „Rassismus-Problem“ vor dem UN-Menschenrechtsrat eingestehen muss, schimpft Alexander Dobrindt gegen die „Anti-Abschiebe-Industrie“, die sich dadurch auszeichne Rechtsmittel gegen drohende Abschiebungen einzulegen und stellt damit in Frage, dass Geflüchtete Grundrechte haben sollten. An der FU manifestiert sich die Katastrophe als gesellschaftliche Normalität darin, dass der Henry-Ford-Bau immer noch nach einem Antisemiten benannt ist, von dem Adolf Hitler einst schwärmte und noch immer kein aktives Gedenken für den ermordeten Studenten Mahmud Azhar von Seiten der FU stattfindet.
Das festival contre le racisme 2018 wird diesen Zuständen nur mittelbar etwas entgegensetzen können und die Teilnehmenden hoffentlich zum Denken und Handeln anregen. Angesichts dessen, dass rechte Ideologien, sowie Rassismen nahezu überall anzutreffen sind, ist das Programm des fclr 2018 sehr vielschichtig. Ein inhaltlicher Fokus ist daher nicht festgelegt, wenngleich das Festival immer von der Frage begleitet werden soll „Was kann ich gegen Rassismus und Unterdrückung tun?“
Das abschließende Konzert am 14.6. im Theaterhof des FU-Campus soll die Möglichkeit bieten ohne Eintritt und möglichst frei von Diskriminierung sowohl gute Musik zu hören und dazu tanzen, als auch mit antirassistischen Initiativen ins Gespräch zu kommen.