Alltäglicher Ausnahmezustand: Racial Profiling

 16 Uhr //  // JK 25/130 Seminarraum // Rost- und Silberlaube // Dahlem

Wer kennt das nicht? Nach einer überfüllten U-Bahnfahrt stehen Polizist*innen am Bahnsteig, die Personen kontrollieren. Wer wird hier eigentlich warum kontrolliert? Die Personen sind oft sichtbare Minderheiten – People of Color und Schwarze Menschen, Rom*nija, Muslim*a und andere, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung kontrolliert werden. Als angebliche Kriminelle werden die Betroffenen von der Polizei schikaniert und aus der Gesellschaft ausgegrenzt.

Menschen aufgrund ihres Aussehens ohne einen konkreten Verdacht zu kontrollieren, wird racial profiling genannt. Diese menschenunwürdigen Kontrollen sind mit psychischer Belastung, körperlichen Angriffen, stigmatisierenden Blicken und Zeitverlust verbunden. Den Betroffenen wird deutlich gemacht, dass sie an diesen Orten unerwünscht sind, nicht einer angeblichen „deutschen“ Norm entsprächen. Sie werden stetig beobachtet und unter Generalverdacht gestellt.

Gerade hier in Berlin finden sich zahllose Beispiele für rassistischer Polizeigewalt. Die Berliner Kampagne „Ban! Racial Profiling“ sammelt seit einem Jahr Berichte von Menschen, die in Berlin von der Polizei rassistisch diskriminiert wurden bzw. Zeug*innen von Diskriminierung wurden. Auch Armut spielt immer wieder eine Rolle.
In einer gemeinsamen Diskussionsrunde wollen wir über aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten praktischer Solidarität gegen Polizeigewalt sprechen.