Lecture Performance: #isntitlove von Ceren Saner

18-20 Uhr // Raum LL113// Seminarzentrum // Otto-von- Simsonstraße 26 // Dahlem

Alle LGBTTIQ*-Kulturveranstaltungen in Ankara sind seit dem
18.11.2017 unter Verweis auf eine mögliche „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, Ordnung und Moral“ auf unbestimmte Zeit verboten – betroffen sind alle von LGBTTIQ*-NGOs oder unabhängig organisierten Film- und Theateraufführungen, Diskussionsveranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen.

Dieses pauschale Verbot ist Teil systematischer Diskriminierungen und macht Kunst wie LGBTTIQ*-Community unsichtbar, erstickt Aktivismus, kriminalisiert kulturellen Austausch und untergräbt Menschenrechte.

Wenige Tage zuvor waren bereits die vom Pink Life QueerFest und
der deutschen Botschaft gemeinsam organisierten German LGBTI Film Days durch den Gouverneur Ankaras abgesagt worden. Seit 2015 verbieten Behörden auch den Pride March Istanbul wegen angeblicher Sicherheitsbedenken.

Vor dem Hintergrund der Repressionen, gewaltvollen Übergriffe und Festnahmen von Demonstrierenden schon auf dem Pride March 2016 in Istanbul sowie während des und im Anschluss an den Putschversuch kam die türkische Fotografin und Filmemacherin Ceren Saner zur „Isn’t it Love“ Tour nach Deutschland. Ceren Saner setzt sich mit Freundschaft, Liebe und Familie im LGBTTIQ*- Alltag in ihrer Heimatstadt Istanbul sowie ihrer Wahlheimat Berlin auseinander.

Im Rahmen ihrer aktuellen Veranstaltungsreihe berichtet Ceren
Saner in ihrem künstlerisch-politischen Vortrag von ihrer Tätigkeit
als dokumentarisch-empathisch arbeitende Künstlerin. Gestützt auf ihre Erfahrungen und vermittelt durch ihre Kunst spricht Ceren
Saner über die queere Szene und die LGBTTIQ*-Bewegung in der
Türkei, die durch die politischen Entwicklungen der letzten Jahre
viele Rückschläge erlebt hat und Einschüchterungen wie Unterdrückung ausgesetzt ist.